Probezeit im Ausbildungsverhältnis – Praktikum wird nicht angerechnet

Gemäß § 20 Satz 1 BBiG beginnt das Ausbildungsverhältnis mit einer Probezeit. Ein vorangegangenes Praktikum wird nicht auf die Probezeit im nachfolgenden Ausbildungsverhältnis angerechnet, so das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 19. November 2015 (6 AZR 127/04).

Der Kläger war von Frühjahr 2013 bis Ende Juli 2013 bei der Beklagten als Praktikant tätig, ab dem 1. August 2013 dann als Auszubildender zum Kaufmann im Einzelhandel. Im Ausbildungsvertrag war eine Probezeit von 3 Monaten geregelt. Die Beklagte kündigte das Ausbildungsverhältnis mit Schreiben vom 29. Oktober 2013, das dem Kläger am gleichen Tage zuging. Der Kläger hielt die Kündigung für unwirksam und meinte, das Praktikum sei auf die Probezeit anzurechnen, da die Beklagte sich hierdurch bereits ein vollständiges Bild über ihn habe machen können.

Das Bundesarbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Praktikum sei nicht auf die Probezeit anzurechnen. Zur Begründung hat das BAG angeführt, beide Seiten sollten ausreichend Gelegenheit haben, die für die Ausbildung im konkreten Ausbildungsberuf wesentlichen Umstände eingehend zu prüfen. Dies sei nur unter den Bedingungen des Ausbildungsverhältnisses mit seinen spezifischen Pflichten möglich.

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