Angemessene Ausbildungsvergütung

Ausbildende haben Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu zahlen. Angemessen ist die Vergütung in der Regel nicht mehr, wenn sie die in einem einschlägigen Tarifvertrag geregelte Vergütung um mehr als 20 Prozent unterschreitet. Das gilt grundsätzlich auch, wenn der Ausbildende ein gemeinnütziger Verein ist. Der Beklagte, eine gemeinnütziger Verein mit dem Zweck der Förderung qualifizierter Berufsausbildung, hat mit dem Kläger einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen. Ausgebildet wurde der Kläger in einem Mitgliedsbetrieb des Beklagten. Der Kläger erhielt eine Ausbildungsvergütung, die nur ca. 55 Prozent der Vergütung nach den einschlägigen Tarifverträgen für die Metall- und Elektroindustrie betrug. Mit seiner Klage verlangte er den Differenzbetrag zu der tariflichen Ausbildungsvergütung.

Die Ausbildungsvergütung ist unangemessen. Diese stellt auch eine Entlohnung der geleisteten Arbeit dar, welche hier zwar nicht dem Beklagten selbst, wohl aber seinem Mitgliedsunternehmen zugute gekommen ist (BAG, Urteil vom 29.04.2015, 9 AZR 108/14).

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